.....und nur wenige nehmen an der Vorsorgeuntersuchung teil

Wie gross ist das Risiko, dass es mich trifft?

Jährlich sterben in Deutschland ca. 10.000 Männer am Prostatakrebs und es werden jedes Jahr 50.000 Neuerkrankungen diagnostiziert. Damit ist der Prostatakrebs zur häufigsten bösartigen Erkrankung beim Mann geworden. Für die Gemeinde Grasberg bedeutet dies, dass jedes Jahr ca. 4-5 Männer erkranken und gut jedes Jahr ein Mann daran verstirbt.

Was kann ich dagegen tun?

Um das Risiko eines schweren Verlaufes zu verringern und den Krebs zu entdecken bevor Tochtergeschwüre auftreten können, gibt es die sogenannte rectale Untersuchung. Dabei wird die Prostata durch den Enddarm vom Arzt abgetastet. Ausserdem kann im Blut ein Laborwert, das PSA - Prostataspezisches Antigen -, bestimmt werden. Sind ca. 100% aller Männer zur PSA-Bestimmung bereit, schrecken ca. 75% vor der Austastung des Enddarmes zurück. Dabei wird nur diese Untersuchung von den Krankenkassen übernommen. Sie ist, trotzdem sie für den zu Untersuchenden oft als unangenehm empfunden wird, wichtig.

Denn: die gutartige Prostatavergrösserung macht frühzeitig Beschwerden. Hierbei kommt es zu erschwertem Wasserlassen. Der bösartige Prostatakrebs hingegen führt erst in einem späten Stadium zu Veränderungen. Er wächst meist nicht in der Nähe der Harnröhre, sondern in Enddarmnähe, so dass dieser nur ertastet werden kann. Allerdings wachsen bei einem auffälligen Tastbefund schon ca. die Hälfte aller Tumore organüberschreitend. Dennoch wird durch die rectale Austastung des Enddarms eine beachtliche Zahl an bösartigen Veränderungen rechtzeitig erkannt. Nehmen Sie daher ab dem 45. Lebensjahr an der jährlichen Prostatakrebsvorsorge teil

Was bringt die Bestimmung des PSA-Wertes?

Gleich vorweg: Es ist schwierig, einen bösartigen Krebs allein durch eine Laboruntersuchung zu erkennen. Ein erhöhter PSA-Wert kann unter Umständen zu Verunsicherung führen und eine ganze Kette von diagnotischen Massnahmen nach sich ziehen. Denn mit einem erhöhten PSA-Wert ist ein bösartiger Tumor noch lange nicht nachgewiesen. Auch ein negativer PSA-Wert einen bösartigen Tumor nicht hundertprozentig ausschliessen kann. Mit anderen Worten: Der PSA-Wert ist ein Mosaikstein in der Vorsorgediagnostik oder der Verlaufskontrolle und bedarf in der Zusammschau mit anderen diagnostischen Massnahmen der geschulten Interpretation. Er kann die rectale Untersuchung nicht ersetzen, sondern nur ergänzen. Denn: nur jeder 3. bis 4. Mann mit einem erhöhten PSA-Wert hat tatsächlich einen bösartigen Tumor. So liegt der Vorhersagewert bei leicht erhöhten Werten (PSA zwischen 2 und 4 ng/ml) nur bei 10%. Das heisst, dass nur jeder zehnte Mann bei leicht erhöhten Werten tatsächlich einen Prostatakrebs hat.

Bei mittelstark erhöhten Werten (PSA zwischen 4 und 10 ng/ml) hat jeder 4. Mann einen bösartigen Tumor. Und bei stark erhöhten Werten (ab 10 ng/ml) steigt die Wahrscheinlichkeit, einen bösartigen Prostatatumor zu haben auf 50% an.

Fazit: Durch eine einmalige Bestimmung des PSA-Wertes kann man einen bösartigen Tumor nicht nachweisen. Wichtiger als die einmalige Bestimmung scheint die individuelle PSA-Dynamik zu sein. Im Laufe des Lebens kommt es allmählich zu einem Anstieg des PSA im Blut. Die Anstiegsgeschwindigkeit im Laufe der Jahre ist anscheinend ein wichtiger Parameter. So kommt es bei 95% der Männer ohne Prostatakrebs zu einem Anstieg von weniger als 0,75 ng/ml pro Jahr, während es so zu sein scheint, dass Männer mit Prostatakrebs eine schnellere Anstiegsgeschwindigkeit haben. Hierzu liegen aber noch unzureichende Daten vor. Eventuell werden dieses Jahr Ergebnisse von Studien veröffentlicht, die dies bestätigen. Sollte sich dies bestätigen, würde dem Verlauf des PSA-Wertes ein erhöhter Wert in der Diagnostik zukommen. Daher empfehlen wir Ihnen, die PSA-Bestimmung regelmässig neben der rectalen Untersuchung durchführen zu lassen. Selbstverständlich bieten wir eine solche Untersuchung an. Da sie allerdings nicht von den Krankenkassen übernommen wird, gehört sie in den Bereich der sogenannten .